nach der massiven Korrektur der vergangenen Woche gingen die Aktienkurse zu Beginn dieser Woche erst einmal auf Erholungskurs. Nachdem der DAX am Montag praktisch unverändert aus dem Handel gegangen war, setzte am Dienstag am Frankfurter Parkett eine kräftige Erholung ein. Der deutsche Leitindex, der am Freitag letzter Woche im Tief bis auf 7.373 Zähler nachgegeben hatte, kletterte dabei zeitweise wieder klar über die Marke von 7.600 Punkten und schloss gestern mit einem Zuwachs von knapp 2% bei 7.584 Zählern.
Gute Zahlen aus dem DAX
Zu der Erholung am deutschen Aktienmarkt trugen neben dem freundlichen Wochenauftakt an der Wall Street auch gute Unternehmenszahlen bei. Von den DAX-Konzernen legten unter anderem Linde und MAN überzeugende Ergebnisse vor. Daraufhin verbuchte Linde am Montag ein Kursplus von mehr als 5%. Gestern war MAN mit einem Zugewinn von ebenfalls rund 5% der größte Gewinner unter den deutschen Blue Chips. Im Wochenverlauf werden noch eine ganze Reihe weitere DAX-Konzerne ihr Zahlenwerk präsentieren. Mehr als ein Drittel der im deutschen Leitindex vertretenen Gesellschaften melden allein in dieser Woche ihre Ergebnisse. Dagegen stehen in diesem Zeitraum von Seiten der Konjunktur keine wirklich marktbewegenden Veröffentlichungen an.
Hypothekenkrise zurück auf dem Parkett
Dass die US- Hypothekenkrise, die zu Beginn der Woche vorübergehend ausgeblendet wurde, noch lange nicht vom Tisch ist, zeigte sich bereits am gestrigen Abend: Der amerikanische Hypothekenfinanzierer American Home Mortgage musste Liquiditätsprobleme eingestehen. Wegen der Krise am Hypothekenmarkt, insbesondere bei Kreditnehmern niedrigerer Bonität, forderten Gläubiger zusätzliche Sicherheiten, da die bisherigen im Portfolio stark abgewertet worden waren. Den daraus entstandenen Liquiditätsengpass bezifferte das Unternehmen auf rund 300 Mio. US-Dollar. Die Aktie stürzte daraufhin im gestrigen Handel um nahezu 90% ab und zog auch den Gesamtmarkt deutlich in die Verlustzone. In der vergangenen Woche hatte die größte US-Hypothekenbank Countrywide Financial vor einer Ausweitung der Krise gewarnt und damit die massive Korrektur am Aktienmarkt ausgelöst.
Der Blick geht nach New York
Damit sollte jedem klar sein, dass sich der deutsche Markt - trotz starker Unternehmenszahlen - nicht vom Geschehen an der Wall Street wird abkoppeln können. Neben dem weiter im Fokus stehenden Hypothekenmarkt schwappt dort in dieser Woche gleich eine ganze Welle an Konjunkturdaten über die Börsianer herein. Neben dem ISM-Index, den Industrieaufträgen und den Verkäufen neuer Häuser stehen zum Abschluss dieser Woche am Freitag als “Highlight” die US-Arbeitsmarktdaten zur Veröffentlichung an. Angesichts dieser Fülle an Zahlen sind weitere Kursturbulenzen also geradezu vorprogrammiert.
Erholung im Keim erstickt
Die gestern begonnene Erholung am deutschen Aktienmarkt wurde mit den schwachen Wall Street-Vorgaben jedenfalls erst einmal im Keim erstickt. Nach einer Gegenbewegung bis über 7.600 Punkte fiel der DAX heute gleich am Morgen wieder in den Bereich um 7.400 Zähler zurück. Für die kurzfristige Entwicklung ist nun entscheidend, ob das Tief vom Freitag bei 7.373 verteidigt werden kann. Gelingt dies, könnte nach den deutlichen Einbußen zumindest eine Gegenbewegung folgen. Aber selbst eine mögliche Erholung darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gefahr einer weiteren Korrektur nach wie vor akut ist. Sollte das Tief vom Freitag bei 7.373 unterboten werden, könnte ein weiterer Abwärtsschwung den DAX kurzfristig in den Bereich der 7.000er-Marke absacken lassen. Von einem Ende der Korrektur kann man dagegen erst ausgehen, wenn der DAX den Sprung über 7.900 Punkte schafft. So oder so ist eines klar: Die Kursturbulenzen der letzten Wochen werden uns erst einmal weiter erhalten bleiben. (Aktienservice.de)

















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