Harley-Davidson: günstig wie lange nicht!

16.08. 2007 · Thema Technik, Verbraucher Tipps, Wirtschaft 

harley-davidson.jpgMotorräder der Marke Harley-Davidson sind Kult. Für Biker rund um den Globus sind sie ein Synonym für Freiheit. Ebenso schön wie eine Harley zu fahren, war es in der Vergangenheit auch, Aktien des US-Konzerns im Depot zu haben. In den letzten Jahren ist der beeindruckende Aufwärtstrend zwar ins Stocken geraten, auf dem aktuellen Niveau sollte sich für langfristig orientierte Anleger der Einstieg aber auf jeden Fall lohnen: Die Aktie ist so günstig wie lange nicht mehr!

Erfolgsgeschichte

Die Motorräder des US-Konzerns Harley-Davidson gelten als Kultobjekte. Für Biker rund um den Globus sind die schwergewichtigen Maschinen des Traditionskonzerns aus Milwaukee, der im Jahr 2003 sein 100-jähriges Bestehen feierte, mehr als nur ein Fortbewegungsmittel. Sie beschreiben ein Lebensgefühl und sind ein Synonym für Freiheit. Dieser Kultstatus verhilft dem Unternehmen zu einer beträchtlichen Unabhängigkeit von Konjunkturzyklen. Tatsächlich war die Nachfrage nach den Motorrädern auch in Zeiten wirtschaftlicher Schwäche ungebrochen. Selbst in den schwierigen Jahren nach dem Börsenboom setzte Harley-Davidson seinen Wachstumskurs unbeirrt fort.

Traditionskonzern

Begonnen hat die Erfolgsgeschichte von Harley-Davidson bereits 1903, als William S. Harley und die Brüder Walter und Arthur Davidson von Hand ihre ersten drei Motorräder zusammenbauten. Während des Ersten Weltkriegs unterstützte das Unternehmen die amerikanischen Streitkräfte mit der Lieferung von 20.000 Maschinen. Eine börsennotierte Gesellschaft wurde aus dem Familienbetrieb erst 1965. Im Jahr 1981 wurde das Unternehmen im Zuge eines Buy-Outs dann zwischenzeitlich von der Börse genommen, bevor 1986 die Rückkehr an die New York Stock Exchange folgte.

Gute Marktposition

Der Traditionskonzern besitzt einen hervorragenden Ruf und eine glänzende Marktposition. Dabei ist man nicht nur auf dem US-Markt mit einem Marktanteil von mehr als 45% die Nummer eins vor dem Weltmarktführer Honda. Selbst auf dem japanischen Motorradmarkt hat man inzwischen die führende Position inne. Mit China hat man zudem einen weiteren Wachstumsmarkt ins Visier genommen. Über ein globales Händlernetz vertreibt man aber nicht nur die Motorräder, sondern auch Bekleidung und Zubehör. Mit den sportlicheren Maschinen der Marke Buell, die das Unternehmen im Jahr 1998 übernahm, ist das Unternehmen außerdem dabei, neue Märkte zu erschließen. Ein weiteres Standbein hat man sich mit der Finanzdienstleistungssparte geschaffen, die bei der Finanzierung der Motorräder Hilfestellung gibt. Daneben bietet die Sparte auch Versicherungen und Kreditkarten an. Das Segment leistet mittlerweile einen beachtlichen Beitrag zum Konzernergebnis: Rund 13% des gesamten operativen Gewinns entfielen zuletzt auf die Sparte Harley-Davidson Financial Services.

Wieder ein Rekordjahr

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Dank der Einführung neuer Modelle verzeichnet der Motorradhersteller weiterhin hohe Wachstumsraten. Im Geschäftsjahr 2006 wuchs der Umsatz um 9% auf den neuen Rekordwert von 5,8 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn erhöhte sich ebenfalls um 9% und lag mit 1,04 Mrd. US-Dollar erstmals über einer Milliarde US-Dollar. Verkauft hat der Konzern 2006 insgesamt mehr als 349.000 Motorräder, ein Plus von 6%. Damit setzt sich die beeindruckende Entwicklung der Vergangenheit fort. Seit 1986 hat der Konzern ohne Unterbrechung in jedem Jahr den Umsatz weiter nach oben geschraubt. So wurden in 20 Jahren die Erlöse um mehr als das 19-fache gesteigert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Wachstum von 16%. Der Nettogewinn erhöhte sich im gleichen Zeitraum sogar um das 130-fache. Im Schnitt kletterte das Ergebnis also um knapp 28% pro Jahr.

Beeindruckender Kursanstieg

Im Zuge dieser stetigen Umsatz- und Gewinnsteigerungen glänzte auch die Aktie mit einer beeindruckenden Performance. Seit Ende 1987 kletterte der Kurs bis zu ihrem bisherigen Hoch im November vergangenen Jahres um sage und schreibe 27.000%. Dies entspricht einem durchschnittlichen Kursanstieg von 34% pro Jahr. Vorläufiger Höhepunkt war das im November 2006 erreichte Allzeithoch bei 75,87 US-Dollar. Seither konsolidiert das Papier jedoch. Als Belastungsfaktor erwies sich dabei insbesondere ein längerer Streik, aufgrund dessen das Unternehmen seine Prognose für die Zahl der Auslieferungen nach unten revidieren musste. Dies war auch der Grund dafür, dass man im ersten Quartal des laufenden Jahres Einbußen bei Umsatz und Gewinn verzeichnete. Während die Erlöse um knapp 9% auf 1,18 Mrd. US-Dollar sanken, ging der Nettogewinn gegenüber dem Vorjahreszeitraum sogar um 18% auf 192,3 Mio. US-Dollar zurück.

Wachstumsdelle überstanden

Das erste Quartal stellte jedoch nur eine vorübergehende Delle dar. Bereits im zweiten Quartal kehrte Harley-Davidson wieder auf den gewohnten Wachstumspfad zurück und meldete einen Umsatzanstieg um 17% auf 1,62 Mrd. US-Dollar. Der Nettogewinn verbesserte sich um 19% auf 290,5 Mio. US-Dollar. Gleichzeitig bestätigte das Unternehmen seine Gewinnprognose für das Gesamtjahr. Der Vorstand rechnet für den Gewinn je Aktie weiterhin mit einem Zuwachs zwischen 4% und 6%. Damit werden die Zuwachsraten aufgrund der angesprochenen Schwierigkeiten in diesem Jahr zwar etwas niedriger ausfallen als gewohnt, das Wachstum der Vergangenheit setzt sich aber fort. Und bereits im kommenden Jahr dürfte sich der Gewinntrend wieder beschleunigen. Das Unternehmen selbst rechnet für die nächsten Jahre mit Steigerungen von bis zu 17%.

Günstig bewertet

Nach der Korrektur der vergangenen Monate sowie der vorangegangenen eher seitwärtsgerichteten Bewegung stehen die Chancen für eine Fortsetzung des langfristigen Aufwärtstrends somit nicht schlecht. Umsatz und Gewinn dürften auch künftig weiter nach oben geschraubt werden, und dank der glänzenden Marktposition sollte die Erfolgsgeschichte von Harley-Davidson weitergehen. Zudem hat sich die traditionell etwas höhere Bewertung in den vergangenen Jahren kontinuierlich abgebaut. Auf Basis der Gewinnschätzungen für das kommende Jahr wird die Aktie derzeit nur mit einem KGV von zwölf bewertet. Damit ist der Titel derzeit so günstig wie zuletzt vor rund zehn Jahren. Auch wenn die Aktie nach der Korrektur der letzten Monate charttechnisch ein wenig angeschlagen aussieht, überwiegen auf dem ermäßigten Niveau somit eindeutig die Chancen. Die Kultmarke ist daher nicht nur für Biker interessant, sondern auch für Investoren - aus fundamentaler Sicht könnte sich nun ein langfristiger Einstieg lohnen! (Aktienservice.de)



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